Mit Kindern in die Berge

Oktober 26, 2008

Es ist eine Frage der Sichtweise, ob man mit Kindern ins Gebirge fahren sollte oder nicht. Wenn man davon ausgeht, dass man ohne Abstriche die Touren machen kann, die man im „Normalbergurlaub“ auch macht, dann sollte man es besser gleich lassen. Wenn man aber die Sichtweise ändert und versucht, aus dem Blickwinkel der Kindern die Berge zu sehen, dann kann ein Familienbergurlaub zum Gewinn für alle werden.

Mit Kindern unterwegs. Die kleinen Erlebnisse machen den Kohl fett.

Mit Kindern unterwegs. Die kleinen Erlebnisse machen den Kohl fett.

Der Weg ist das Ziel

Für Kinder ist es nicht in erster Linie wichtig, Gipfel um Gipfel zu erringen. Sie wollen in vorrangig Abenteuer erleben. Und das können teilweise ganz banale Dinge sein. Hier gilt eher das Motto „Der Weg ist das Ziel“. Jede noch so kleine Sehenswürdigkeit am Wegrand wird in der Regel genauestens unter die Lupe genommen. Wer den Kindern hierbei ausreichend Zeit einräumt, kommt zwar keine zehn Kilometer weit, hat aber dafür ganz andere, hochwertige und gemeinsame Erlebnisse. Warum nicht mal an einem Bachlauf inne halten und einen „Staudamm“ bauen? Oder einfach mal einen kleinen Abstecher zu einem geheimnisvollen Ort abseits des Weges machen? All diese „kleinen“ Erlebnisse bleiben bei Kindern oftmals nachhaltiger und positiver im Gedächtnis, als jeder anstrengende, steile Anstieg auf Berg XY.

Eine Frage des Alters

Natürlich ist es auch eine Frage des Alters und vor allem der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit des Kindes, welche Route man wählt. 12 und 13-jährige können durchaus locker auf 2.000er kraxeln. Sie sind in der Regel auch (noch) nicht so risikobereit wie jugendliche Heranwachsende, die man eher bremsen muss. Bei ihnen gibt es noch einige gehörige Portion Respekt, die später dem „jugendlichen Leichtsinn“ und den „Mutproben“ weichen wird. Es kommt vor allem darauf an, wie man Kinder in diesem Alter vorbereitet und wie man sie anleitet. Mit der richtigen Tourenplanung, einem nicht allzu schweren Rücksack und risikoarmen Herausforderungen kann eine „große“ Bergtour, eine Übernachtung auf einer Alpenvereinshütte oder sogar ein kindertauglicher Klettersteig zum absoluten Urlaubshighlight werden.

Der DAV gibt Tipps

Wer einen Urlaub mit Kindern in den Bergen plant, der sollte in jedem Fall mal in die Broschüren des DAV zum Thema „Familienbergsteigen“ schauen. Hier gibt es zahlreiche Tipps rund um das Thema. Mir bleibt an dieser Stelle nur noch, allen großen und kleinen Kraxlern viel Freude in den Bergen zu wünschen.

Literatur zum Thema:

  • Wilfried Dewald, Wolfgang Mayr & Klaus Umbach (2005): Berge voller Abenteuer: Mit Kindern unterwegs. / Ernst Reinhardt Verlag, ISBN: 3-497-01769-8, Preis: 19,90 EUR
  • Jürgen Einwanger (2007): Mut zum Risiko. Herausforderungen für die Arbeit mit Jugendlichen. / Ernst Reinhardt Verlag, München, ISBN-13: 978-3497019342, Preis: 24,90 EUR
  • Thomas Lang (2006): Kinder brauchen Abenteuer. / Ernst Reinhardt Verlag, München, ISBN-13: 978-3497018796, Preis: 12,90 EUR
  • Robert Theml (2006): Wanderungen mit Kinderwagen zwischen Chiemgau und Karwendel / Verlag j. Berg. ISBN-13: 978-3765841538, Preis: 12,95 EUR

Entry Filed under: Bergsteigen, Bergwandern, Freizeit allgemein, Urlaubsplanung. Schlagworte: , .

3 Comments Add your own

  • 1. mountainblogger  |  Februar 19, 2009 at 9:02

    Hi Maik, danke für die Tipps und Literaturhinweise. Ich habe hoffentlich selbst bald die Freude mit dem Kleinen in die Berge zu gehen – wenn er das denn will ;-)
    Best,
    Marco

    Antworten
    • 2. Maik Dopheide  |  Februar 24, 2009 at 8:26

      Hallo Marco,

      das ist immer die große Frage. Wollen sie das denn? Ein wenig Motivation gehört wohl dazu, mein Kleiner (bald 3) hat natürlich auch noch nicht so den Bezug, aber er läuft (schnell laufen) sehr gerne, weil ihm Bewegung Spaß macht. Da sollte man ansetzen.

      Maik

      Antworten
  • 3. Rund um die Berge | MountainBlog.de  |  März 4, 2009 at 6:37

    [...] Tipps und Literaturhinweise zum Thema “Mit Kindern in die Berge“. [...]

    Antworten

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