Der Hohe Göll (2.522 m). Einer meiner Wunschgipfel.

Oktober 19, 2008

Am 27. August 2008 hatten wir ein klar formuliertes Ziel: „Den Gipfel des Hohen Göll zu erreichen und von dort aus weiter über das Brettriedl (2.344 m) und das Hohe Brett (2.340 m) wieder abzusteigen“. Wir, das sind Lars, Achim, Toni und meine Wenigkeit. Früh am Morgen packte ich meinen Rucksack, nahm mit meinen Bergkameraden ein ausgiebiges Frühstück ein und brach mit ihnen gemeinsam auf in Richtung Rossfeld-Panoramastraße auf. Toni, der seinen BMW wie immer die Serpentinen regelrecht heraufkatapultierte, fluchte schon an der Mautstelle, da ihn die „freundliche“ Dame am Schlagbaum ausnahmsweise nicht für Lau durchlassen wollte. Wir folgten also zahlender Weise der Straße bis zum Ahornkaser und wechselten von Gummireifen auf Bergstiefel.

Nun ging es erst ein kurzes Stück hinab und dann bis zum bekannten Putschellerhaus (1.692 m) stetig bergann. Der Schweiß floss hier am Eckersattel schon jetzt in Strömen, da auf der Süd-Ost-Seite am Morgen natürlich die Sonne lag. Als wir nach ca. 45 Minuten am Haus angekommen waren, brannten schon die Kehlen. Eine Apfelschorle stillte den Durst aber schnell. Nach einer kurzen Pause machten wir uns gleich weiter auf den, noch langen Weg. Über einen grasigen First ging es, diesmal sehr angenehm im Schatten, weiter in Richtung Nordostgrat. In abwechselndem Geh- und Steilgelände ging es langsam aber sicher aufwärts. Teilweise muss man hier schon die Hände zur Hilfe nehmen. Wer das Gehen mit Stöcken beherrscht, kommt aber auch ohne die eigenen Greifer aus.

Die Route ist absolut kein Spaziergang und sollte nur von geübten Berggehern begangen werden. Wer sich in steilem Felsgelände unsicher fühlt, sollte nicht auf den Hohen Göll gehen. Eine Alternative ist dann das Hohe Brett, was deutlich einfacher zu ersteigen ist.

Nach einiger Zeit gelangten wir zu einem Gratabsatz mit Gedenkkreuz, von wo aus man eine tolle Aussicht hat. Hier machten wir eine kurze Trinkpause, bevor wir uns weiter in Richtung des steilen Grates vorarbeiten wollten. Dort angekommen, hat man zwei Möglichkeiten weiter zu gehen. Links geht es über steile Bänder hinauf zum Kamin und rechts kommt man zum Schusterweg, einem kurzen Klettersteig. Beide Wege treffen sich wieder auf der Göllleite.

Wir wählen den Weg durch den Kamin. Also gehen wir in steil abfallendem Gelände die Bänder hinauf, bis der Kamin vor uns auftaucht. Diesen durchsteigen wir ein leichter Kletterei (gesichert mit Eisenstiften), bis wir im Rauchfang auf den Rücken des Göll steigen. Hier auf der Göllleite geht es steil und anstrengend in etwa einer halben Stunde weiter auf den Gipfel. Man hat übrigens am Ausstieg des Kamins eine grandiose Aussicht auf den Mannlgrat und den Kehlstein.

Endlich auf dem Gipfel angekommen genießen wir die Ruhe, die Sonne und die beeindruckende Aussicht. Von hier aus haben wir schon eine gute Sicht auf den weiteren Verlauf der Route. Aber vorerst stärken wir uns und machen natürlich das obligatorische Gipfelfoto. Das Gipfelkreuz ist aus glänzendem Edelstahl, schön geformt und in das Kreuz ist ein großer Bergkristall eingelassen. Insgesamt ist es eines der schönsten Gipfelkreuze, die ich bis dato gesehen habe. Natürlich darf auch der obligatorische Eintrag in das Gipfelbuch nicht fehlen. Auch mein Sohn Luke war bei dieser Tour in Gedanken dabei und auf dem Gipfel und wurde er natürlich im Buch verewigt.

Vom Putschellerhaus bis zum Gipfel haben wir etwa 3 Stunden benötigt. Zwischendurch hörten wir mehrfach den Bergrettungshubschrauber, ein eher warndendes und manchmal demotivierendes Signal. Ich kann es nur noch einmal betonen. Der Hohe Göll ist kein Berg für Spaziergänger. Besonders das Gelände über dem Wilden Freithof verzeiht keine Fehler.

Der Hohe Göll wurde am 4. September 1800 durch den Slowenen Valentin Stanic touristisch erstbestiegen. Er ist auch der Erstbesteiger des legendären Watzmann. Wahrscheinlich waren aber einheimische Jäger schon lange vor ihm auf dem Göll-Gipfel.

Die Anstrengung hat sich für uns wieder einmal gelohnt, auch wenn die Tour an dieser Stelle längst noch nicht zu Ende ist. Insbesondere Lars hat sich in Punkto Höhentauglichkeit noch einmal deutlich steigern können. Aber die schwerste Stelle dieser Tour kommt erst noch. Die Fortsetzung folgt.

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