Archive for Oktober 2008
Buchtipp: Heiner Geißler schreibt …
Kleine Philosophie der Passionen. Bergsteigen
Kurzbeschreibung:
Ich habe als kleiner Junge ein paar Jahre in Tuttlingen verbracht, einer Stadt am südlichen Rand der schwäbischen Alb und am Anfang des Donautales, in dem sich eine der schönsten Kletterlandschaften Deutschlands befindet. Oberhalb unseres Hauses gab es ein paar kleine Felsen. Ich kann mich erinnern, ein Felsen hatte den Namen Nasenfelsen und war vielleicht vier oder fünf Meter hoch. Es hat mich damals einfach gereizt, die Kante rauf- und runterzuklettern. Es war wahrscheinlich kindliche Neugier genauso wie bei anderen Versuchen, die man in diesem Alter abenteuerlustig unternimmt. Der Sprung vom Garagendach mit einem aufgespannten Regenschirm, um eine neue Variante des Fallschirmspringens zu erfinden, endete kläglich und hätte eigentlich eine Vorwarnung für das spätere Gleitschirmfliegen sein müssen.
Das Klettern lernte ich auf eigene Faust. Ich kraxelte eben, soweit ich kam und soweit ich es mir zutraute. Im Donautal mit seinen wunderschönen weißen, senkrechten Kalkfelsen konnte man vor vierzig Jahren klettern und laufen und wandern, wie und wo man wollte. Heute sind von rund 500 Felsen 490 gesperrt. Eine überzogene behördliche Naturschutzmaßnahme. Zum ersten Mal kam ich in den Allgäuer Alpen in Berührung mit dem Hochgebirge. Wir wanderten und kletterten den Heilbronner Weg. Der erste Zweitausender, den ich bestieg, war das Hohe Licht, dem folgte die Mädelegabel und dann ging es weiter bis zum Hochvogel. Bei dieser ersten Gebirgstour wurde ich auch gleich mit der gefährlichen Seite des Bergsteigens konfrontiert: Beim Aufstieg auf die Rappenseehütte kam uns plötzlich von oben ein Rucksack entgegen. Er machte die tollsten Sprünge, flog über den Weg und verschwand unten im Tal. Der Besitzer kam sich mehrfach überschlagend gleich hinterher und blieb auf dem Weg liegen. Er war beim Alpenrosenpflücken ausgerutscht – es hatte vormittags geregnet – und hatte sich nicht mehr halten können…
Dr. Heiner Geißler ist seit 1965 Mitglied des Bundestages. Er war Sozialminister von Baden-Württemberg, Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit und Generalsekretär der CDU.
Taschenbuch mit 141 Seiten
Dtv (Mai 1997), ISBN-10: 3423200391, ISBN-13: 978-3423200394
Add comment Oktober 30, 2008
Drama in der Eiger Nordwand
Passend zum aktuellen Bergkinothema „Nordwand“ gibt es eine alternative auf DVD für das Heimkinoerlebnis: „Drama in der Eiger Nordwand“. Der Film besitzt eher Dokumentationscharakter.
Zur Handlung:
Im Mai 1985 überlebt der Engländer Joe Simpson wie durch ein Wunder ein schweres Bergunglück in den peruanischen Anden. Jetzt hat Joe Sompson die Bergstiegfel wieder angezogen, um die Geschichte von Toni Kurz nachzuzeichnen, der 1936 an der Eiger- Nordwand unter tragischen Umständen zu Tode kam. Der Film ist eine Hommage an alle Opfer der Berge und an die Kraxel-Pioniere, denen es immer wieder darum geht, über sich selbst hinauszuwachsen. Basierend auf Joe Simpsons Buch „Im Banne des Giganten – Der lange Weg zum Eiger“.
Filmdaten: Dokumentation auf DVD, ca. 75 Min. + 30 Min. Bonusmaterial, Preis: 14,95 € bei Amazon.
Add comment Oktober 28, 2008
Mit Kindern in die Berge
Es ist eine Frage der Sichtweise, ob man mit Kindern ins Gebirge fahren sollte oder nicht. Wenn man davon ausgeht, dass man ohne Abstriche die Touren machen kann, die man im „Normalbergurlaub“ auch macht, dann sollte man es besser gleich lassen. Wenn man aber die Sichtweise ändert und versucht, aus dem Blickwinkel der Kindern die Berge zu sehen, dann kann ein Familienbergurlaub zum Gewinn für alle werden.
Der Weg ist das Ziel
Für Kinder ist es nicht in erster Linie wichtig, Gipfel um Gipfel zu erringen. Sie wollen in vorrangig Abenteuer erleben. Und das können teilweise ganz banale Dinge sein. Hier gilt eher das Motto „Der Weg ist das Ziel“. Jede noch so kleine Sehenswürdigkeit am Wegrand wird in der Regel genauestens unter die Lupe genommen. Wer den Kindern hierbei ausreichend Zeit einräumt, kommt zwar keine zehn Kilometer weit, hat aber dafür ganz andere, hochwertige und gemeinsame Erlebnisse. Warum nicht mal an einem Bachlauf inne halten und einen „Staudamm“ bauen? Oder einfach mal einen kleinen Abstecher zu einem geheimnisvollen Ort abseits des Weges machen? All diese „kleinen“ Erlebnisse bleiben bei Kindern oftmals nachhaltiger und positiver im Gedächtnis, als jeder anstrengende, steile Anstieg auf Berg XY.
Eine Frage des Alters
Natürlich ist es auch eine Frage des Alters und vor allem der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit des Kindes, welche Route man wählt. 12 und 13-jährige können durchaus locker auf 2.000er kraxeln. Sie sind in der Regel auch (noch) nicht so risikobereit wie jugendliche Heranwachsende, die man eher bremsen muss. Bei ihnen gibt es noch einige gehörige Portion Respekt, die später dem „jugendlichen Leichtsinn“ und den „Mutproben“ weichen wird. Es kommt vor allem darauf an, wie man Kinder in diesem Alter vorbereitet und wie man sie anleitet. Mit der richtigen Tourenplanung, einem nicht allzu schweren Rücksack und risikoarmen Herausforderungen kann eine „große“ Bergtour, eine Übernachtung auf einer Alpenvereinshütte oder sogar ein kindertauglicher Klettersteig zum absoluten Urlaubshighlight werden.
Der DAV gibt Tipps
Wer einen Urlaub mit Kindern in den Bergen plant, der sollte in jedem Fall mal in die Broschüren des DAV zum Thema „Familienbergsteigen“ schauen. Hier gibt es zahlreiche Tipps rund um das Thema. Mir bleibt an dieser Stelle nur noch, allen großen und kleinen Kraxlern viel Freude in den Bergen zu wünschen.
Literatur zum Thema:
- Wilfried Dewald, Wolfgang Mayr & Klaus Umbach (2005): Berge voller Abenteuer: Mit Kindern unterwegs. / Ernst Reinhardt Verlag, ISBN: 3-497-01769-8, Preis: 19,90 EUR
- Jürgen Einwanger (2007): Mut zum Risiko. Herausforderungen für die Arbeit mit Jugendlichen. / Ernst Reinhardt Verlag, München, ISBN-13: 978-3497019342, Preis: 24,90 EUR
- Thomas Lang (2006): Kinder brauchen Abenteuer. / Ernst Reinhardt Verlag, München, ISBN-13: 978-3497018796, Preis: 12,90 EUR
- Robert Theml (2006): Wanderungen mit Kinderwagen zwischen Chiemgau und Karwendel / Verlag j. Berg. ISBN-13: 978-3765841538, Preis: 12,95 EUR
3 comments Oktober 26, 2008
Wie gut sind die Alpenvereinshütten wirklich?
Wer kennt sie nicht die Fragen nach der Hütte auf Berg XY? Wie gut ist die Küche? Wie teuer ist die Verpflegung? Wie steht es um die Hygiene? Wie viele Lager gibt es?
All diese Fragen werden auf www.huettentest.de beantwortet, einer Seite des Jugend-DAV (LV Bayern). Eine gut gefüllte Datenbank mit Testergebnissen gibt eine umfassende Übersicht über den Zustand vieler Alpenvereinshütten. Foreneinträge runden das jeweilige Testergebnis ab. Es sei noch erwähnt, dass ein Testergebnis immer erst bei mindestens fünf vorliegenden Bewertungen veröffentlicht wird.
Wer also auf Nummer Sicher gehen will bei der Hüttenwahl, der sollte vorher mal auf diese Seite schauen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Ergebnisse nicht unrealistisch sind. Auch wenn die Eindrücke, die man auf einer Hütte gewinnt, ja eher subjetiv sind.
1 comment Oktober 22, 2008
Der Hohe Göll (2.522 m). Einer meiner Wunschgipfel.
Am 27. August 2008 hatten wir ein klar formuliertes Ziel: „Den Gipfel des Hohen Göll zu erreichen und von dort aus weiter über das Brettriedl (2.344 m) und das Hohe Brett (2.340 m) wieder abzusteigen“. Wir, das sind Lars, Achim, Toni und meine Wenigkeit. Früh am Morgen packte ich meinen Rucksack, nahm mit meinen Bergkameraden ein ausgiebiges Frühstück ein und brach mit ihnen gemeinsam auf in Richtung Rossfeld-Panoramastraße auf. Toni, der seinen BMW wie immer die Serpentinen regelrecht heraufkatapultierte, fluchte schon an der Mautstelle, da ihn die „freundliche“ Dame am Schlagbaum ausnahmsweise nicht für Lau durchlassen wollte. Wir folgten also zahlender Weise der Straße bis zum Ahornkaser und wechselten von Gummireifen auf Bergstiefel.
Nun ging es erst ein kurzes Stück hinab und dann bis zum bekannten Putschellerhaus (1.692 m) stetig bergann. Der Schweiß floss hier am Eckersattel schon jetzt in Strömen, da auf der Süd-Ost-Seite am Morgen natürlich die Sonne lag. Als wir nach ca. 45 Minuten am Haus angekommen waren, brannten schon die Kehlen. Eine Apfelschorle stillte den Durst aber schnell. Nach einer kurzen Pause machten wir uns gleich weiter auf den, noch langen Weg. Über einen grasigen First ging es, diesmal sehr angenehm im Schatten, weiter in Richtung Nordostgrat. In abwechselndem Geh- und Steilgelände ging es langsam aber sicher aufwärts. Teilweise muss man hier schon die Hände zur Hilfe nehmen. Wer das Gehen mit Stöcken beherrscht, kommt aber auch ohne die eigenen Greifer aus.
Die Route ist absolut kein Spaziergang und sollte nur von geübten Berggehern begangen werden. Wer sich in steilem Felsgelände unsicher fühlt, sollte nicht auf den Hohen Göll gehen. Eine Alternative ist dann das Hohe Brett, was deutlich einfacher zu ersteigen ist.
Nach einiger Zeit gelangten wir zu einem Gratabsatz mit Gedenkkreuz, von wo aus man eine tolle Aussicht hat. Hier machten wir eine kurze Trinkpause, bevor wir uns weiter in Richtung des steilen Grates vorarbeiten wollten. Dort angekommen, hat man zwei Möglichkeiten weiter zu gehen. Links geht es über steile Bänder hinauf zum Kamin und rechts kommt man zum Schusterweg, einem kurzen Klettersteig. Beide Wege treffen sich wieder auf der Göllleite.
Wir wählen den Weg durch den Kamin. Also gehen wir in steil abfallendem Gelände die Bänder hinauf, bis der Kamin vor uns auftaucht. Diesen durchsteigen wir ein leichter Kletterei (gesichert mit Eisenstiften), bis wir im Rauchfang auf den Rücken des Göll steigen. Hier auf der Göllleite geht es steil und anstrengend in etwa einer halben Stunde weiter auf den Gipfel. Man hat übrigens am Ausstieg des Kamins eine grandiose Aussicht auf den Mannlgrat und den Kehlstein.
Endlich auf dem Gipfel angekommen genießen wir die Ruhe, die Sonne und die beeindruckende Aussicht. Von hier aus haben wir schon eine gute Sicht auf den weiteren Verlauf der Route. Aber vorerst stärken wir uns und machen natürlich das obligatorische Gipfelfoto. Das Gipfelkreuz ist aus glänzendem Edelstahl, schön geformt und in das Kreuz ist ein großer Bergkristall eingelassen. Insgesamt ist es eines der schönsten Gipfelkreuze, die ich bis dato gesehen habe. Natürlich darf auch der obligatorische Eintrag in das Gipfelbuch nicht fehlen. Auch mein Sohn Luke war bei dieser Tour in Gedanken dabei und auf dem Gipfel und wurde er natürlich im Buch verewigt.
Vom Putschellerhaus bis zum Gipfel haben wir etwa 3 Stunden benötigt. Zwischendurch hörten wir mehrfach den Bergrettungshubschrauber, ein eher warndendes und manchmal demotivierendes Signal. Ich kann es nur noch einmal betonen. Der Hohe Göll ist kein Berg für Spaziergänger. Besonders das Gelände über dem Wilden Freithof verzeiht keine Fehler.
Der Hohe Göll wurde am 4. September 1800 durch den Slowenen Valentin Stanic touristisch erstbestiegen. Er ist auch der Erstbesteiger des legendären Watzmann. Wahrscheinlich waren aber einheimische Jäger schon lange vor ihm auf dem Göll-Gipfel.
Die Anstrengung hat sich für uns wieder einmal gelohnt, auch wenn die Tour an dieser Stelle längst noch nicht zu Ende ist. Insbesondere Lars hat sich in Punkto Höhentauglichkeit noch einmal deutlich steigern können. Aber die schwerste Stelle dieser Tour kommt erst noch. Die Fortsetzung folgt.
Add comment Oktober 19, 2008
Outdoor-Schnäppchenjäger sollten aufpassen
Yabadu.de startet Live-Shopping – Betonung auf Top-Marken und Mega-Trends
Live-Shopping heißt das Zauberwort, mit dem das Internetportal www.yabadu.de seit 6. Oktober sein Angebot erweitert. Ausgesuchte Produkte aus den aktuellen Sortimenten der führenden Ausrüster sollen zu deutlich günstigeren Preisen im Yabadu Shop erhältlich sein – und die Herzen der Outdoor-Freunde höher schlagen lassen.
Es werden Produkte bekannter Top-Marken angeboten, die unter den Outdoor-Experten für Top-Qualität stehen – und die hat ihren Preis. Deutlich drücken kann diesen, wer sich die Vorteile des Live-Shopping zunutze macht.
Als erster Outdoor-Anbieter im deutschsprachigen Raum startet das Internetportal Yabadu am 6. Oktober diese Verkaufsform, deren Erfolgsgeheimnis in einem limitierten Angebot liegt. Maximal drei Artikel sollen in begrenzter Stückzahl jeweils für zwei Wochen verfügbar sein, bevor Yabadu-Gründer Armin Brunner die Schlagzahl noch deutlich steigern möchte: So sollen die Aktionen für die Outdoor-Freunde im Dezember sogar täglich wechseln.
Gegenüber dem Katalogpreis verspricht Brunner Vergünstigungen von bis zu 30 Prozent, während das Einsparpotenzial für Premium-Mitglieder für die exklusiven Produkte sogar bei bis zu 50 Prozent liegen soll. Trotz der überaus günstigen Preise müssen sämtliche Artikel strengen Qualitätsmaßstäben genügen.
Neben seiner eigenen Tourenpraxis in den verschiedensten Terrains legt der 44-Jährige Yabadu-Chef bei der Auswahl der Produkte großen Wert auf den ständigen Austausch mit anderen Aktivisten und Experten aus der Branche. So sollen die Outdoor-Freunde eine stets kleine, aber feine und abwechslungsreiche Auswahl so ziemlich aller Accessoires bekommen, die ihr Herz begehrt: Von Bekleidung über Rucksäcke, Schlafsäcke und Zelte bis hin zu Outdoor-tauglichen GPS-Geräten und Schneeschuhen.
Darüber hinaus möchte Brunner die extrem kurze Laufzeit der Angebote nutzen und die aktuellen Trends und Innovationen direkt an den ebenso anspruchsvollen wie preisbewussten Endverbraucher weitergeben.
Für weitere Informationen zu diesem Schnäppchenmarkt und zu weiteren Angeboten von Yabadu.de wie etwa Topo-Karten, Yabadu-Club und Touren und Tipps klicke auf www.yabadu.de.
Add comment Oktober 10, 2008
